Kommentar

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Noch einmal: KT zu Guttenberg ist nicht „Opfer“!

Wichtigere und leider auch wesentlich dramatischere Ereignisse haben das Thema zwar zumindest zwischenzeitlich in den Hintergrund geraten lassen, aber ganz ad acta legen sollte man es trotzdem nicht: den Fall „Baron zu Guttenberg“. Mir scheinen viele „Guttenberg-Fans“ einen ganz wesentlichen Punkt aus den Augen verloren zu haben: Es war nicht irgendein Anderer (und schon gar nicht die „böse“ SPD), sondern Baron zu Guttenberg selbst, der Unrecht tat und der seine Doktorarbeit mit unlauteren Mitteln verfasste – und das in einem Ausmaß, das man selbst bei gutem Willen nicht mehr als Versehen oder Schlamperei bezeichnen kann. Es war auch zu Guttenberg, der die berechtigten Vorwürfe zunächst als „absurd“ ableugnete (ja hatte er denn seine Arbeit bis dahin noch nicht genauer gesehen und gelesen?) und der dann so nach und nach nur das eingestand, was sowieso bereits feststand. Mir erschließt sich nicht, mit welcher Berechtigung Herr zu Guttenberg von vielen als „Opfer“ hingestellt wurde und immer noch wird – er war Handelnder! Bedenklich und vielsagend zugleich sind zudem seine Versuche, die Veröffentlichung des Untersuchungsberichts der Universität Bayreuth zu verhindern.
Mir fällt auch schwer zu verstehen, weshalb zu Guttenberg sogar von Personen, die höhere Ämter bekleiden, als „Lichtgestalt“ bezeichnet wurde, sogar noch nachdem klar war, dass die Plagiatsvorwürfe zutreffen. Ein armes Deutschland wären wir, wenn wir keine anderen Hoffnungsträger hätten, die ein solches Attribut tatsächlich verdienen. Aber zum Glück gibt es bei uns noch viele Menschen, auch Politiker, welche ihre Arbeiten und ihre Pflichten zwar ohne den Hang zur Publicity und zur Eigendarstellung, jedoch zuverlässig und vor allem ehrlich erledigen. Dies wird aber – auch durch die Medien – viel zu wenig gewürdigt. Show, Glamour und Selbstdarstellungssucht gehören ins Showbusiness, nicht in die Politik.

Oskar Biegner

 
 

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