„Es ist was faul im Staate Dänemark“!

Kommunalpolitik

Diesen Satz aus Shakespeares Hamlet kennt man allzu gut. Der Prinz kehrt auf das heimatliche Schloss zurück und sieht, dass es unter der anscheinend heilen Oberfläche brodelt, dass dort Dinge passieren, die der Öffentlichkeit vorenthalten werden.

Nun wollen wir unser schlichtes Rathaus nicht unbedingt mit dem prachtvollen Schloss Helsingör (dem Schauplatz des Stückes von Shakespeare) vergleichen, aber – auch hier lohnt es sich, einmal in die Tiefe zu schauen.

Es hat sich lange schon herumgesprochen: dass es seit 2008 einen „Klimawandel“ in Rathaus und Gemeinderat gibt. Dieser Klimawandel scheint aber – anders als der globale – zu einer deutlichen Abkühlung im Umgang mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu führen. Von den zehn Mitarbeitern, die zum größten Teil seit Jahren und Jahrzehnten engagiert für die Eisinger Bürger arbeiteten, haben seit 2011 vier Personen ihren zum Teil schon langjährigen Arbeitsplatz in Eisingen gekündigt. Auch im Bereich der Jugendbetreuung/JUZ sind in wenigen Jahren zwei Kündigungen zu verzeichnen.

Angefangen mit dem Geschäftsleitenden Beamten, der über 20 Jahre hinweg, schon unter den Bürgermeistern Horst Pfau (SPD) und Erich Günder (CSU) kooperativ und zuverlässig und zur Zufriedenheit der damaligen Bürgermeister seinen Dienst versehen hatte. Zwei weitere Mitarbeiterinnen folgten ihm nach – warum nur? Der (vorerst) letzte auf dieser Liste ist der für Organisation, Personal, Soziales und EDV zuständige, im übrigen von Frau Engert erst im August 2011 eingestellte Mitarbeiter. Seine Kündigung zum 31. März 2013 liegt seit ein paar Tagen im Rathaus vor.

Und den Gemeinderat haben in dieser Zeit nicht weniger als fünf Personen aus „persönlichen“ Gründen verlassen, wie es so schön heißt, interessanterweise übrigens partei- bzw. fraktionsübergreifend.

Ein Blick ins „Innere“ des Rathauses zeigt, dass unter Frau Ursula Engert wesentliche, aber leider keineswegs einsichtige Veränderungen bei den Zuständigkeiten fast aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingeführt wurden, ganz entgegen der bewährten Regel, die der englische Fußballer Sir Alf Ramsey einst aufgestellt hatte: „never change a winning team“. Der Bereich A wechselte zum Bereich B, die ehemalige Zuständigkeit für X ging in Y auf. Ein Bäumchen-wechsel-dich-Spiel, das nahezu alle Arbeitsplätze im Rathaus betraf. Und wer nach einer stichhaltigen Begründung fragte, der wurde und wird enttäuscht und statt dessen mit der Berufung auf die sozusagen „hoheitlichen“ Befugnisse der Bürgermeisterin abgespeist – so herrschen in unserem Rathaus also weiter monarchische Verhältnisse wie einst im Hamlet-Schloss?

Dafür spricht auch, dass der Informationsfluss von „oben“ nach „unten“ nahezu abgebrochen ist, jedenfalls bei weitem nicht mehr so funktioniert wie unter den Vorgänger-Bürgermeistern, welcher „couleur“ sie auch immer waren. Unter diesem Informationsdefizit, nebenbei gesagt, leiden ja auch die von uns gewählten Vertreterinnen und –vertreter im Gemeinderat…

Tja, wen wundert’s dann noch, dass allenthalben Verdrossenheit herrscht, auch im Gemeinderat, wen wundert es dann noch, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus ihrer einstmals mit so viel Freude ausgeübten Tätigkeit nur unter Schwierigkeiten und oft mit starken gesundheitlichen Problemen nachgehen können.

„Es ist was faul – nicht nur – im Staate Dänemark“

 
 

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