Kommentar zum MainPost-Artikel vom 17.02.10

Kommunalpolitik

Im MainPost-Artikel vom 17.02.10 wurde über die Entscheidungen zum Rathaus und zur Kinderkrippe berichtet. Die Berichterstattung ist leider sehr irreführend, was den Vorschlag der SPD und das Abstimmungsverhalten betraf.

Tatsächlich ging es beim Rathaus darum, dass die ursprüngliche Kostenschätzung des Architekten um etwa 145.000 € niedriger lag als die nun vorgelegte Kostenberechnung. Somit hatten sich die Kosten quasi „über Nacht“ von bislang ca. 770.000 auf nun ca. 915.000 € erhöht. Der Gemeinderat war gebeten worden, Sparvorschläge einzureichen. Dieser Bitte kam einzig die SPD-Fraktion nach, indem wir u.a. vorschlugen
- Verzicht auf den Anbau
- Bau des Behinderten-WC im Erdgeschoß neben der Treppe
- Unterbringung des Archivs im Dachgeschoß, wofür dann auch die dort zusätzlich geplanten Gauben entfallen könnten
Dieser Vorschlag wurde jedoch von der Gemeinderats-Mehrheit abgelehnt, vielmehr beschloss der Gemeinderat den Anbau (einschl. WC) und die Einrichtung von Büroräumen im Dachgeschoß. Der dort vorhandene große Raum ist jedoch sehr dunkel, da er nur ein Fenster an der Giebelseite hat. Will man den Raum als Büro nutzen, so muss man natürlich auch Gauben einbauen, andernfalls müsste man immer bei künstlicher Beleuchtung arbeiten. Deshalb stimmten wir nun konsequent für die Gauben. Alles andere wäre unsinnig gewesen.
Im Mainpost-Artikel wird dagegen der Eindruck erweckt, wir hätten nicht nur gegen den Anbau, sondern auch gegen das Behinderten-WC gestimmt und seien anschließend in der Frage der Gauben „umgefallen“. Dies ist, wie oben nachzulesen ist, leider eine grob falsche Darstellung.
Umgefallen ist allerdings unsere 1. Bürgermeisterin. Hatte sie bislang, teilweise sogar mit drastischen Worten („Raum-Notstand“) im Gemeinderat und über die Presse damit argumentiert, das Rathaus würde dringend zusätzliche Büroräume benötigen, so erklärte sie nun öffentlichkeitswirksam, „dass das Gemeindepersonal in den nächsten Jahren kaum zunehmen werde und man auch keine zusätzlichen Büros bräuchte“. Dabei hatte sie erst kürzlich eine zusätzliche Mitarbeiterin eingestellt, welche über kein eigenes Büro verfügt. Darüber hinaus hatte die 1. Bürgermeisterin erst in der letzten Sitzung angekündigt, eine weitere Einstellung vornehmen zu wollen. Also, was denn nun? Brauchen wir Räume oder brauchen wir keine? Wird mehr Personal benötigt oder nicht? Der Gemeinderat kommt dem Wunsch der 1. Bürgermeisterin nach zusätzlichen Räumen nach und muss sich jetzt von ihr sagen lassen, dass diese Räume doch nicht benötigt werden. Wird etwa das viele Geld für den über die energetische Sanierung hinausgehenden Umbau umsonst ausgegeben?
Georg Bausewein

 
 

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